"Staatshilfe ist keine Lösung" - SPIEGEL ONLINE im Interview mit Marcus Brauchli von der Washington Post

Brauchli: Der Medienkonsum ändert sich bereits seit Jahren radikal. Viele kennen morgens die Nachrichten schon, sie sind ja auf allen möglichen Kanälen schnell erhältlich. Es reicht deshalb nicht, unsere Zeitung einfach mit den Nachrichten von gestern zu füllen. Wir müssen Kontext liefern: Analyse, Perspektive, Kommentare. Lange investigative Geschichten. Eben Texte, die sonst nirgendwo stehen. Es gibt immer mehr Informationen, die leicht zugänglich sind, aber es wird schwerer, diese einzuordnen. Die Leute suchen etablierte Leuchttürme, an denen sie sich orientieren können.

SPIEGEL: Vor allem junge Leute sagen: Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, findet sie mich schon. Sie vertrauen darauf, von ihren Facebook-Freunden oder Twitter-Bekannten informiert zu werden.

Brauchli: Wir haben gerade eine neue Facebook-Applikation eingerichtet, bei der Mitglieder ihren Freunden Artikel empfehlen können, die sie mochten. Sie sehen auch, was ihre Freunde gelesen haben. Das hat uns viele neue Leser beschert. Wir haben zahlreiche Blogs, die große Fangemeinden haben. Zudem starteten wir neue Lokalseiten online, auf denen die Leser Infos über ihre Nachbarschaft leichter finden können. Wir experimentieren erfolgreich mit E-Mail-Newslettern. Insgesamt erreichen wir viel mehr Leute als je zuvor, obwohl unsere Druckauflage gefallen ist.

Die etablierten Medien tasten sich langsam vor in das Web 2.0.

Enterprise 2.0 – Beam me up, Prezi

Check out this website I found at http://felmundo.wordpress.com/

Eine sehr gute, ausführliche Zusammenfassung zum Enterprise 2.0. Dauer ca. 30 Minuten.

Übrigens mit prezi.com schön präsentiert. Dazu noch eine Anmerkung. Die angenehme Art der Animation ändert nichts an der Tatsache, dass letztlich über die Qualität von Powerpoint & Co. die Visualisierung in Verbindung mit dem gesprochenen Wort entscheiden.

Internet-Gemeinde wird brüchig - Blogger-Konferenz

Fördert das Web die Demokratie oder spielt es gar den Diktaturen dieser Welt in die Hände? Bei der Blogger-Konferenz re:publica sind die Brüche in der Internetgemeinde überdeutlich geworden. So ist der Tenor vieler Beobachter, nachzulesen z.B. bei epd-medien.

Das Internet wirkt auch hier wie ein Verstärker. Es scheint, als komme das Web 2.0 in eine neue Phase der Entwicklung. Mit der Breite und Intensität der Nutzung werden die unterschiedlichen Interessen und Werte umso deutlicher. Mir scheint, die analoge Welt verlängert sich mit ihren Sonnen- und Schattenseiten massiv in die digitale Welt. Wie sich die anderen Gesetzmäßigkeiten der digitalen Welt auswirken werden, weiss niemand zu sagen. Wir können uns jedoch sicher sein, dass sich das Netz mit seiner eigenen Logik nachhaltig auf das Zusammenleben der Menschen auswirken wird. Wie sagt Peter Kruse so treffend? Dies ließe sich nur verhindern, indem man das Netz abschaltete.