Facebook als Newsportal - http://bit.ly/a80X5z

"Facebook wird Newsportal", so spekuliert die Welt Online heute und bezieht sich dabei auf eine amerikanische Studie, wonach in den USA bereits 3,52 Prozent allen Medien- und News-Sites von Facebook aus geöffnet werden. Es rangiert damit bereits auf Platz 4 der Upstream-Portale für News- und Medienseiten. 

Hier geht's zur Meldung

Digital Natives, eine Reportage bei 3sat - http://bit.ly/9Iny8w

Wie leben die nach 1980 Geborenen? Wie verändern sie die Gesellschaft? Darauf versucht ein TV-Beitrag auf 3sat Antworten zu geben.

Der Film zeichnet ein differenziertes Bild vom Lebensstil junger Leute, von ihrer Art, Freundschaften und Beziehungen zu pflegen, von ihrem Anspruch, Politik zu verändern, von ihrem Engagement für ein anderes Lernen, von ihren Vorstellungen einer kooperativen Arbeitswelt und ihrer Verantwortung in der Kindererziehung. 

Zu dem 45-Minuten-Film geht es hier 

Social Intranet bei T-Systems - Erfahrungsbericht

Strategieentwicklung ausschließlich im Social Intranet - das war eines der Erfolgsrezepte für die schnelle und hohe Akzeptanz des "Teamweb" bei T-Systems. Die Führungscrew war so von Anfang an im Boot. 

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die breite Palette konkreter Anwendungsfälle, die das Social Intranet nach einem Jahr bereits abdeckt. Neben dem Fall der Strategieentwicklung sind ein weiterer, eher einfacher aber wichtiger Anwendungsfall "Bereiche für alle Abteilungen und Service Units. Diese konnten Ihre Informationen nun selbst einpflegen und aktuell halten. Auf diese Weise waren schnell viele relevante Inhalte online. Dieser Anwendungsfall ist auf den ersten Blick wenig spektakulär, er hat aber einen großen Vorteil: Er überfordert keinen und nimmt jeden mit, weil jeder diese Struktur schon aus dem alten Intranet und aus der Organisation selbst kennt. Nur sind die Inhalte jetzt viel aktueller und lebendiger, weil sie auf einer viel breiteren Basis erzeugt werden. Im Laufe der Zeit sind viele Anwendungsfälle hinzugekommen, viele anfangs zentral gesteuert, aber mehr und mehr übernimmt dezentrale Initiative das Feld. Eine kleine Auswahl: Innovationsmanagement, Abbildung aller Prozessmodelle inklusive deren Weiterentwicklung, Vorlagen und Templates, Schulungskoordination, Bereiche für die Organisation von Events und Offsites, Bereiche für Standorte, Interessengemeinschaften, Knowledge Base, Sales Team Koordination, Speisepläne, Organisation von Sportgruppen, Starter Kit für neue Mitarbeiter, Umfragen, Management interner Projekte, unternehmensweiter Wochenbericht."

Und ein dritter Punkt scheint mir in diesem Bericht besonders erwähnenswert. Die Umkehrung der Beweislast. Nicht mehr Geschlossenheit, sondern Offenheit ist die Regel. Während früher die Frage lautete: "Welche Informationen können wir freigeben?", heisst es heute: "Welche Informationen müssen wir schützen?" Klingt gut, aber gewisse Zweifel beschleichen mich schon. Lässt sich ein so markantes Kulturmerkmal in so kurzer Zeit einfach umdrehen? Wie schafft man ein Committment im Management, das sich als so tragfähig erweist? Da würde mich schon interessieren, was sich die Bereiche so alles einfallen lassen, um diese Verpflichtung zur Offenheit zu unterlaufen. 

Wer den Bericht lesen möchte ...

http://www.besser20.de/ein-jahr-social-intranet-–-ein-erfahrungsbericht/446/

Enterprise Microblogging - Das Beispiel Communardo

Besondere Aufmerkamkeit in der E2.0-Debatte genießt derzeit das Microblogging. Bei Communardo, einer Software-Schmiede in Dresden, das selbst ein Instrument dafür anbietet, sind in einem Forschungsprojekt erste Erfahrungen gesammelt worden. Die Ergebnisse klingen vielversprechend.

"Wird die Implementierung von Microblogging erfolgreich umgesetzt, kann es – wie im Fall Communote geschehen – zu vielfältigen Veränderungen im Unternehmen selbst führen:

  • Der E-Mailverkehr und das individuelle „Horten“ von Wissen in privaten Postfächern konnte bei Communote reduziert werden. E-Mails wurden zumeist für bilaterale und eher förmliche Kommunikation genutzt,
  • die Transparenz der teamspezifischen Tätigkeiten konnte erhöht werden,
  • die Mitarbeiter verfügten über ein besseres Wissen zum gesamten Unternehmen und parallel laufenden Projekten mit ihren unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten,
  • die Feedbackstruktur hatte sich verbessert und erfolgte zeitnah,
  • Verbesserungen am Tool konnten inkrementell durch die Rekursivität des Prozesses umgesetzt werden und
  • es bestand ein Gefühl eines „sich Kennens“, d. h. Microblogging hatte im Unternehmen zu einer höheren Vernetzung und Sichtbarkeit des Individuums geführt.
  • Das Nutzerverhalten unterschied sich je nach Teamzugehörigkeit und Projektkontext."
Mehr über das Fallbeispiel Communardo hier 

Verändert das Internet unser Denken? - Edge http://science.orf.at/stories/1635961/

Auch 2010 hat der New Yorker Literaturagent John Brockman mehr als hundert Künstler und Intellektuelle um sich versammelt und sie um Antworten auf die Frage des Jahres gebeten: Verändert das Internet die Art unseres Denkens?

Fazit: Auch renommierte Wissenschaftler wissen es nicht. Bemerkenswert ist jedoch, wie sich bei manchen prominenten Internet-Vordenkern erste Ermüdungserscheinungen einzustellen scheinen. 

Mehr über die Frage des Jahres im Online-Forum "Edge" beim ORF: http://science.orf.at/stories/1635961/

Hier geht's direkt zum Original: http://www.edge.org/q2010/q10_1.html#brockman

Die Welt auf BBC - Fluter.de über Medienwelten

Rubrik: Thema | Aktuell-Archiv | Film | --> Lesen | Erfahrungen |

fluter.de Archiv Nr. 81 : "Medienwelten" | Juli & August 2009

Der Kosmos

Die Welt auf BBC.com

Alva Gehrmann | 3.8.2009

Fühle ich mich heute nach einer grüner Website oder sollte der Hintergrund lieber rosa sein? Will ich auf der Startseite nur Sportnachrichten und den Wetterbericht lesen oder möchte ich dort auch politische Nachrichten mit den Wirtschaftsnews sehen? Bei BBC.com können sich die User/innen ihre Internetseite individuell gestalten. Es braucht nur ein paar Klicks und schon sieht die BBC-Seite völlig anders aus.

Das Internetangebot der britischen Rundfunkanstalt ist mit über zwei Millionen Seiten eines der umfangreichsten Angebote im Netz: die Welt auf einer einzelnen Website, so könnte man es zusammenfassen. Die British Broadcasting Corporation hat eine lange Tradition – 1922 wurde der erste Radiosender gegründet, später kamen weitere Radioprogramme, Fernsehsender und das Internet hinzu. Die BBC genießt ein hohes Ansehen. Schon während des Zweiten Weltkrieges hörten viele Deutsche heimlich deren Radioprogramm, hier erfuhren sie, wie es wirklich um ihr Land stand. Die BBC – das stand für die Wahrheit. Bis heute genießen die News und Dokumentationen der britischen Rundfunkanstalt ein hohes Ansehen.

Tipps aus dem Writers Room

Auf dem Internetportal werden alle klassischen Ressorts abgedeckt: Nachrichten (nach Kontinenten sortiert), Sport, Business & Finanzen, Unterhaltung, Musik, Kultur, Wissenschaft und das Wetter. Bei den meisten Ressorts betreiben BBC-Reporter/innen ihre eigenen Blogs. Doch das Angebot von BBC.com geht über die reine Berichterstattung hinaus. So gibt es auch die Rubrik "Religion & Ethik", "Garten" und einen eigenen "Writers Room", wo man Tipps bekommt, wie ein Drehbuch für eine Comedy-Episode oder ein Drama aussehen sollte. "Der BBC Writersroom sucht immer nach frischen, neuen, talentierten Schreibern, die Großbritannien verändern", heißt es dort. Vermutlich sind damit vor allem Landsleute gemeint, aber einsenden kann jeder sein Skript.

Dazu auf fluter.de
Einzelkämpfer
Als Korrespondent in Israel
Kriegsjournalismus
Chroniken des Konflikts

Wer glaubt, sein Englisch sei dafür noch nicht gut genug, kann es bei "Learning English" trainieren. In dieser Rubrik gibt es zum Beispiel Sprachkurse für Journalisten/innen, die politische Begriffe in kleinen Lerneinheiten beigebracht bekommen. Hier erfahren User/innen, was eine "lame duck" ist. Die Antwort: ein Präsident oder Politiker, der keine Macht mehr hat. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush wurde am Ende seiner Amtszeit immer wieder so bezeichnet. Außerdem gibt es Kurse im Business-English, aber auch Schulmaterial für Lehrer/innen mit "funky phrases" zum Thema Kleidung, Partys oder Dating.

Eine weitere Englisch-Übung, die sicher vielen hilfreich ist, sind die Erklärungen zu aktuellen Berichten. Zum Beispiel in einem kurzen Artikel über Michael Jacksons Tod, in dem Begriffe vorkommen, die für Nicht-Native-Speaker zu kompliziert sein könnten. "TV stations here carried live coverage of the helicopter's journey", heißt es darin. Der gefettete Begriff wird dann umschrieben mit "broadcast news and events as they happened". Die Macher dieser BBC-Sprachseite haben auch eine eigene Seite auf YouTube, wo ein junger Mann mit dicker Hornbrille typisch britische Redewendung erklärt.

Will man wie die BBC weltweit erfolgreich sein, müssen die Inhalte aber auch in anderen Sprachen veröffentlicht werden: von Albanisch, Arabisch und Französisch bis hin zu Hindu, Portugiesisch, Somali, Urdu und Vietnamesisch. News gibt es in 32 Sprachen: nur nicht auf Deutsch!

Spätestens in der Rubrik "Sport" merkt man, dass es sich um eine britische Website handelt. Denn hier wird viel über traditionelle Sportarten wie Cricket berichtet, die auch heute noch in den ehemaligen Kolonien des Commonwealth beliebt sind – etwa in Indien. Bei wichtigen Sportereignissen wie dem Tennisturnier von Wimbledon oder dem Finale der U21-Fußball-Europameisterschaft, bei der Deutschland die Briten im Finale mit 4:0 besiegte, informiert ein Live-Text die User/innen. Außerdem gibt es TV-Nachrichtenclips mit "News in einer Minute" und das frei zugängliche Radioprogramm.

3,6 Milliarden Klicks – pro Monat

Besonders stolz wird seit 2007 der BBC iPlayer beworben, mit dem man sich über 250 TV-Serien und Shows ansehen kann. Bis März 2009 sollen rund 360 Millionen Menschen diese Sendungen genutzt haben. Zum Angebot gehört auch die Live-Berichterstattung bei Musikfestivals (mit einer eigens dafür im MTV-Stil gestalteten Seite), wo etwa Clips von The Ting Tings und Blur zu finden sind. Usern außerhalb Großbritanniens bringt der iPlayer jedoch nichts, da das Programm nur im Vereinigten Königreich zu sehen ist. Man sei sich bewusst, dass der Bedarf für eine internationale Version groß ist, heißt es dazu auf der Internetseite.

Eine ungewöhnlich knappe Antwort, denn sonst bleiben auf der BBC-Page kaum Fragen offen, alles wird erklärt oder erzählt. Selbst die eigenen Krisen sind dokumentiert – schließlich ist die Glaubwürdigkeit ihr größtes Kapital. Die Skandale der über 85-jährigen Geschichte sind unter "The BBC under pressure" aufgelistet: 2003 sorgte ein Radiobericht während des Irak-Krieges für den größten Skandal der BBC-Geschichte. Die Verantwortlichen traten zurück und ihr Informant, der Waffenexperte David Kelly, beging Selbstmord. In der Folge entstand der "BBC Trust", ein Aufsichtsgremium. Kritisiert wurde BBC.com, weil sie 2007 als weltweit erste gebührenfinanzierte Rundfunkanstalt Werbung schaltete – jedoch nur auf den internationalen Seiten.

Durchschnittlich 3,6 Milliarden Klicks (page impressions) hatte die BBC-Site nach eigenen Angaben bereits 2008 – und zwar pro Monat. Trotzdem hat das Newshaus bei Facebook gerade mal 831 Freunde. Die Macher/innen werden das sicher verschmerzen können, schließlich klicken täglich mehrere Millionen User/innen ihre Seite an.

Alva Gehrmann ist freie Journalistin in Berlin und schreibt für Zeitungen und Magazine.

Foto: ©photocase.com / Markus_S; ©photocase.com / soulcore

www.bbc.com
Zentrale BBC-Website

www.bbcmotiongallery.com
Filmmaterial mit BBC-Dokumentationen aus über 70 Jahren

www.youtube.com/bbclearningenglish
BBC-Kanal "Learning English" bei YouTube

www.bbc.co.uk/glastonbury
Das Musikfestival mit Website im Stile von MTV

http://wn.com
World News Network – Onlinemagazin mit News der wichtigsten internationalen Medien

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BBCs umfassende Präsenz im Internet - vorbildlich!

Jochen Robes hat McAfees neues Buch über das Enterprise 2.0 gelesen  | weiterbildungsblog

Enterprise 2.0: New Collaborative Tools for Your Organization’s Toughest Challenges

Posted on 08 January 2010 by jrobes

Kurz vor Weihnachten lag endlich Andrew McAfee’s Buch im Briefkasten. Andrew McAfee, Wissenschaftler am MIT Center for Digital Business, hatte ja 2006 den Begriff „Enterprise 2.0“ geprägt und in der Folgezeit, auf seinem Blog und auf verschiedenen Konferenzen, in der Debatte um den Begriff federführend mitgemischt. Jetzt also das Ganze nicht als kurzlebiger Post, sondern als Buch. Was steckt nun drin?

Einführung und Praxisbericht: “The Enterprise 2.0 Bull’s Eye”
McAfee hat eine Mischung aus Einführung, Praxisbericht und Ratgeber geschrieben und wer den Ausgangsartikel aus der Sloan Management Review, “Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration”, kennt und seinen Blogbeiträgen regelmäßig folgt, findet viel Vertrautes. Um so interessanter wird dann die Frage, welche Ordnung und Struktur McAfee bietet, um ein so breites Thema wie “Enterprise 2.0″ in den Griff zu bekommen. Hier wählt McAfee eine Perspektive, die er “the enterprise 2.0 bull’s eye” nennt:

bullseye_201001.gif

“This framework uses the concept of tie strength among knowledge workers, that is, the closeness and depth of their professional relationships. … The new tools of collaboration and interaction provide benefits to close collegues, professional strangers, and every level of tie strength in between.” (S. 23)

Mit Hilfe dieses Modells, das wiederum auf Mark Granovetters Aufsatz “The Strength of Weak Ties” (American Journal of Sociology, 1973) aufbaut, beschreibt McAfee, wie vier Organisationen - VistaPrint, Serena Software, U.S. Intelligence Community und Google - mit Hilfe der neuen kollaborativen Technologien unterschiedliche Herausforderungen gelöst haben, vor denen sie in den letzten Jahren standen. Das ist der Praxisteil.

Aber “Enterprise 2.0″ ist auch eine Einführung ins Thema. McAfee referiert kurz die Entstehung von Web 2.0, hebt seine treibenden Trends hervor, um schließlich die verschiedenen Stränge im Begriff “emergent social software platforms” (ESSP, S. 69) zusammenzufassen. Enterprise 2.0 ist folgerichtig “the use of emergent social software platforms by organizations in pursuit of their goals” (S. 73). Nachdem McAfee anhand der bereits erwähnten Case Studies dargelegt hat, wie ESSP Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen der Zusammenarbeit und Vernetzung unterstützen können, wechselt er noch einmal die Perspektive, um sechs Vorteile von ESSP zu skizzieren: “group editing, authoring, broadcast search, network formation and maintenance, collective intelligence, and self-organization” (S. 130ff.). Wobei er gerade den letzten Vorteil doppelt unterstreicht:

“Perhaps the broadest benefit from social networking software and other ESSPs is self-organization, or the ability of users to build valuable communities and resources and shape them over time, without having to rely on guidance from any center or headquarters. I find this the most remarkable property of Enterprise 2.0, and also the easiest to overlook.” (S. 140)

Der Ratgeber: “Enterprise 2.0: The Long Haul”
Im letzten Drittel des Buches beschäftigt sich McAfee mit der Einführung von ESSP in Unternehmen und wird zum unmittelbaren Ratgeber. Er ist der Überzeugung, dass die Angst des Managements vor Fehlverhalten und Falschinformationen unbegründet ist. Und er weist darauf hin, dass ESSP kein Projekt ist, um schnelle Erfolge feiern zu können, sondern ein “long haul”, eine Langstrecke. Das ist ein Bild, das McAfee wieder und wieder benutzt, auch um zu unterstreichen, dass es bei ESSP oft um die Aufgabe liebgewonnener Routinen geht. Und das erfolgt nicht über Nacht. Schließlich gilt für “Enterprise 2.0″, was für die meiste Management-Literatur gilt: Es braucht eine “Roadmap”. Hier kurz, was der Autor Ratsuchenden mit auf den Weg gibt: “Turning Off the Old”, “Using Believers”, “Designing Technologies That Will Be Used”, “Communicate, Educate, and Evangelize”, “Move ESSPs into the Flow” (!) und immer wieder “Prepare for the long haul”:

“Individuals, routines, processes, and organizations do not typically adapt quickly without a crisis or other forcing mechanism. Consequently, Enterprise 2.0 enthusiasts must learn patience and adjust their expectations to reflect the realities of a long-haul adoption.” (S. 182)

Enterprise 2.0 in der Diskussion
McAfee’s Buch ist Teil einer Diskussion, auf die ich hier abschließend kurz eingehen will (natürlich nur, soweit sie mir bekannt ist …). Ein erster Bezugspunkt des Buches ist Thomas H. Davenport, der sich kurz vor Beginn der “Enterprise 2.0″-Debatte ausführlich mit dem Knowledge Worker beschäftigt hatte. “Thinking for a Living. How to Get Better Performance and Results from Knowledge Workers“ hieß sein Werk, das 2005 erschien, und Davenport beschreibt hier aus der Perspektive des Unternehmens bzw. einer Organisation, was es braucht, um die Performance dieser speziellen Zielgruppe zu verbessern. Wie gesagt, die Arbeit erschien 2005 und es fehlt jeglicher Enthusiasmus für Web 2.0-Technologie. Im Gegenteil, Davenport schreibt skeptisch:

“One example is Web logging or ‚blogging‘, which is a means for individuals to record their opinions for others to access. Partisans of blogging argue that there are many potential business applications of the technology (and they discuss these applications in their blogs!). But I believe that blogging falls into the unproven category as far as knowledge worker performance is concerned.” (S. 108)

Kurz nach Erscheinen von McAfee’s “Enterprise 2.0″-Artikel in der Sloan Management Review legte Davenport nach: “… that Enterprise 2.0 technologies produce too much content for their own good. Blogs in particular […] take too much time and attention to read, so inevitably most of them will be wasted on the world.”  Hier und an vielen anderen Stellen im Web wurde heftig diskutiert und so sind beide, McAfee und Davenport, in der Folgezeit als “Kontrahenten” auf verschiedenen Veranstaltungen aufgetreten, um ihre Standpunkte auszutauschen. Inzwischen ist Davenport von seiner Skepsis abgerückt, so dass McAfee in “Enterprise 2.0″ auf diesen Teil der Geschichte nicht eingeht. Ausführlich geht er dagegen auf einen anderen IT-Skeptiker ein, Nicholas Carr, der mit einem Artikel bekannt wurde, der durchaus als Gegenentwurf zu “Enterprise 2.0″ verstanden werden könnte. “IT Doesn’t Matter” (2003, Harvard Business Review) lautete der Aufsehen erregende Abgesang auf die strategische Bedeutung der Informationstechnologie:

“IT is best seen as the latest in a series of broadly adopted technologies that have reshaped industry over the past two centuries – from the steam engine and the railroad to the telegraph and the telephone to the electric generator and the internal combustion engine. For a brief period, as they were being built into the infrastructure of commerce, all these technologies opened opportunities for forward-looking companies to gain real advantages. But as their availability increased and their cost decreased – as they became ubiquitous – they became commodity inputs. From a strategic standpoint, they became invisible; they no longer mattered. That is exactly what is happening to information technology today, and the implications for corporate IT management are profound.” (Nicholas Carr, Rough Type)

Es ist McAfee nun fast eine Herzensangelegenheit auf den letzten Seiten seines Buches zu betonen, dass IT sehr wohl einen Unterschied macht, dass “IT matters” (S. 209). IT ist ein Treiber, “it affects both performance and competition, increasing differences between companies and separating winners from losers.”
Andrew McAfee, Harvard Business Press, 2009 

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Jochen Robes gibt einen lesenswerten Überblick über Andrew McAfees neues Buch!

Wikis, Blogs und Co. in der Internen Kommunikation: 11 Punkte für den Einstieg - via besser2.0.de

Wikis, Blogs und Co. in der Internen Kommunikation: 11 Punkte für den Einstieg

Wenn es im Unternehmen einen Bereich gibt, den die Möglichkeiten von Social Software am unmittelbarsten betreffen, dann ist es die Interne Kommunikation. Neben neuen Möglichkeiten entstehen hier aber auch bislang unbekannte Herausforderungen:

Am Beispiel Web 2.0 Tools kann man gut beobachten, dass alle mitmachen wollen, selbst die, die meinen, das sei eine neue Software für den PC. Aber die Implikationen bei Personalbedarf oder Risiken sind selten klar, sodass interne Kommunikationsfachleute stark gefordert sind, wenn es darum geht, innovative Kommunikationsmodelle mit Erwartungsmanagement bei ihren Auftraggebern und Kunden, also den Mitarbeitern, in Einklang zu bringen.

(Henriette Viebig, Leiterin Interne & Online Kommunikation RWE in “Der Interne Kommunikationsmanager im Wandel”)

Für alle, die beim Einstieg in die neue Web 2.0 der Internen Kommunikation etwas Orientierung suchen, habe ich nachfolgend 11 Punkte zusammengestellt. Mehr wären möglich, weniger wird schwer, denn ich finde alle gleich wichtig:

1. Die Basis verstehen

Als Einstieg ein Muss: das sogenannte „Cluetrain Manifest“ – 95 Thesen zur neuen Art der Kommunikation von Unternehmen mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden. Schon 10 Jahre alt, aber immer noch voll gültig. Die erste These ist schon legendär: „Markets are conversations.“ (www.cluetrain.com)

2. Anwendungsfälle, die Probleme lösen

„Wir machen eine Community“ ist kein Anwendungsfall. Langfristigen Erfolg wird Web 2.0 nur dann im Unternehmen haben, wenn es konkrete Probleme der Mitarbeiter löst und ihnen hilft, ihre Arbeit besser oder schneller zu erledigen. Beispiele für Anwendungsfälle: Innovationsmanagement, Prozessdokumentation, Organisation von Events und Offsites, Standorte und Bereiche, Communities of Practise, Speisepläne, Management Blog, Starter Kit für neue Mitarbeiter, Umfragen, Management interner Projekte, unternehmensweiter Wochenbericht.

3. Management Unterstützung

Management Support wird immer eingefordert, die Frage ist oft, ob und wie er dann auch kommt. Wer sicher gehen will,der achtet auf Anwendungsfälle, die das obere und mittlere Management aktiv einbeziehen und deren Leben leichter machen. Wir haben z.B. die Erarbeitung unserer neuen Unternehmensstrategie gemeinsam mit 60 Führungskräften neben realen Workshops auch intensiv in unserem Social Intranet dokumentiert und diskutiert.

4. Keine Angst vor Vandalismus

Wer was schreibt, ist gut nachvollziehbar, damit ist die Angst vor Missbrauch weitestgehend unbegründet. Dazu kommt, dass jeder denkbare Schaden heute auch schon per E-Mail eintreten kann.

5. Wiki, Blog und Co: nur gemeinsam sind sie stark

Aus dem Internet sind Wikis, Blogs oder Foren als separate Anwendungen bekannt. Diese Trennung macht im Unternehmen meist keinen Sinn und verbaut mittelfristig viele Anwendungsfälle. Für den Einsatz im Unternehmen gibt es so genannte Social Software Suites (auch Social Business Suites – SBS genannt). Diese Plattformen integrieren Wikis, Blogs, etc. mit Funktionen wie abgrenzbaren Arbeitsbereichen und Benutzer-/ Rechteverwaltung. Die wichtigsten haben wir unter www.socialsoftwarematrix.org zusammengestellt und bewertet.

6. Nicht ohne das Intranet

Web 2.0 Anwendungen drehen sich um Kommunikation und Zusammenarbeit und überschneiden sich damit mit einigen existierenden Systemen wie z.B. dem meist vorhandenen Intranet. Ein zukünftiges Szenario sollte ganzheitlich betrachtet werden und kann als Intranet 2.0 (auch: Social Intranet) auch eine konsolidierte Lösung sein.

7. Maximale Offenheit für Transparenz und Vernetzung

Alle Inhalte, die nicht in irgendeiner Weise geschützt werden müssen (z.B. aus rechtlichen Gründen), sollten für alle Mitarbeiter frei zugänglich sein. Ein einfacher Wechsel der Perspektive reicht als erster Schritt schon aus: Offenheit sollte die Regel sein und Geschlossenheit die Ausnahme. Das Einrichten geschlossener Bereich ist möglich, muss aber gut begründet werden.

8. Brücken in die klassische Welt

Nicht jeder ist ein sogenannter „Digital Native“ und taucht ohne zu zögern in die neue 2.0 Welt ein. Deshalb sind Brücken mit eher klassischen Instrumenten, wie Newsletter oder redaktionierten Unternehmensnachrichten, wichtig und sollten unbedingt beibehalten werden.

9. Der Redakteur wird nicht überflüssig, nur seine Rolle ändert sich

Social Software macht es Nutzern viel einfacher, Inhalte selbst zu erstellen und zu publizieren. Redakteure sind nun vor allem als Qualitätsgaranten und zur inhaltlichen Organisation und Strukturierung gefragt. Neue Begriffe für diese Rolle sind Wiki-Gärtner oder Wiki-Champion.

10. „Beta“ statt „Big Bang“

Anforderungen aufnehmen, Grobkonzept, Feinkonzept, Programmierung, Test, Go-Live. Anwendungen, die extrem davon abhängen, dass Mitarbeiter im Unternehmen sie gern und oft nutzen, kann man so nicht mehr entwickeln. Das Zauberwort hier heißt Perpetual Beta – es gibt kein umfangreiches Feinkonzept, sondern Funktionen werden schrittweise eingeführt und sofort mit Pilotnutzern getestet. So entstehen Lösungen, die viel näher an den wirklichen Anforderungen und Nutzungsgewohnheiten der Mitarbeiter liegen.

11. Amara’s Gesetz

„Wir tendieren dazu, kurzfristige Auswirkungen neuer Technologien zu überschätzen und langfristige zu unterschätzen.“ Auch wenn die Bedeutung und Konsequenzen von Web 2.0 teilweise übertrieben dargestellt werden, haben wir es mit einer mächtigen Idee zu tun, die unsere gewohnte Art zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten nachhaltig verändern wird. Kein Unternehmen wird sich dem langfristig entziehen können.

Diese Punkte sind auch als Beitrag zum Thema Web 2.0 in der Internen Kommunikatio im Newsletter Interne Kommunikation im Fokus erschienen. Danke nochmal für die freundliche Einladung dazu an SCM!

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Frank Wolf stellt sehr treffend klar, wie ich finde, was bei einer internen Kommunikation 2.0 zu beachten ist.