Systemische Risiken: Szenarien sind besser als Worst-Case-Betrachtungen | KPMG-Interview | CH
Prof. Kröger: Das Denken in Szenarien ist auf jeden Fall besser als das Beiziehen der berühmten «Worst Cases». Denn oft ist es gar nicht möglich, den «Schlimmsten Fall» zu identifizieren. Zudem vermitteln solche Fallstudien den Eindruck, dass ein Ereignis beim Eintreten genau so ablaufen wird, wie man sich das ausdenkt. Doch die Erfahrung zeigt, dass der Worst Case eben genau nicht voraussehbar ist. Szenarien stellen jedoch keinen Blick in die Zukunft dar, sondern zeigen einen möglichen Weg auf, basierend auf plausiblen Erfahrungswerten.
Lukas Gubler: In der Entwicklung von möglichen Szenarien kommt es sehr stark auf das Sensorium der Organisation an, relevante Veränderungen im Umfeld der Organisation zu erkennen. Hier liegt der Schlüssel im Kollektiv. Das heisst, die Informationsflüsse im Unternehmen wie auch die Transparenz der zur Verfügung stehenden Daten und Fakten müssen offen sein. Die Firma soll vom Sensorium jedes einzelnen Mitarbeitenden profitieren können.

