Europa - die "alte Welt" oder die Welt der Alten? - Michael Wimmer über den "political divide" der Generationen

Mit dem Verlust des Politischen im Leben junger Menschen geht ein verhängnisvoller Verlust des Visionären einher: Nach den AutorInnen der Shell-Studie seien junge Menschen nicht mehr willens (oder in der Lage), gesellschaftliche Zukunftsszenarien zu entwerfen oder gar darauf hinzuarbeiten. Damit antizipieren die Jungen eine bereits früh von den Alten übernommene defensive gesellschaftliche Grundhaltung, in der Hoffnung, „dass alles so bleibt, wie es ist, und tunlichst keine Veränderungen stattfinden“ (Aussage eines 17-jährigen Lehrlings).

Diese umfassende Selbstbeschränkung jugendlicher Ambitionen auf Grund aussichtslos erscheinender, von den Alten errichteter Rahmenbedingungen wird durch die digitalen Medien – entgegen manchen Hoffnungen – nicht außer Kraft gesetzt. Es gibt nur wenig Indizien auf eine Online-Politisierung: „Aus der Sicht der jungen Social-Community-UserInnen sind Facebook und Co. weitgehend politik(freie) Zonen geblieben.“ Darüber hinaus würden ohnehin bloß anbiedernde PolitikerInnen auf Facebook weitgehend an der Zielgruppe „junge Menschen“ vorbei kommunizieren.

Aus diesen Befunden könnte man herauslesen, dass sich im Unterschied zu den aktuellen politischen Veränderungsprozessen in einer Reihe arabischer Länder, die von der jungen Generation getragen werden, weite Teile der europäischen Jugend zumindest vorerst mit ihrer schleichenden Ausgrenzung abgefunden haben. Mehr noch. Mit der erwartbaren Fortsetzung der aktuellen Krisenerscheinungen ist zu befürchten, dass sich der intergenerative „political divide“ zwischen den Generationen noch einmal weiter vertiefen wird, um auf diese Weise ein wachsendes vordergründig unpolitisches Stimmreservoir einer jugendlichen Verlierergeneration für politische Heilsbringer zu vergrößern.

via http://www.educult.at/index.php/Wimmer-s-monthly/806/0/

Unterschied zwischen der Informationsflut im Netz und in der Bibliothek - Herr Larbig

Die Kritiker dieser Form des vernetzten und vernetzenden Denkens richten sich oft gegen die scheinbare Überfülle an Informationen im Netz. Das Irritierende daran ist, dass diese Kritik genau so auch auf bedeutende Bibliotheken mit Buchbeständen von mehreren Millionen Exemplaren angewandt werden könnte; außerdem findet die gleiche Überlastung an Informationen dort statt, wo Bücher mit zahlreichen Verweisen auf andere Bücher rezipiert werden, bei denen zwar keine Links aber analog zu diesen Literaturverzeichnisse und Fußnoten eingesetzt werden. Mit dieser Informationsüberfülle umzugehen muss genau so gelernt werden wie mit der in digitalen Netzwerken. Der Unterschied ist nur, dass sich dieser Umgang mit der Informationsfülle analoger Medien, die in Wahrheit immer intertextuelle Strukturen bieten und somit auch vernetzte Strukturen in analoger Form aufweisen, als Kompetenz über einen wesentlich längeren Zeitraum entwickeln konnte, als dies bislang beim Umgang mit digital vernetzten Hypertextstrukturen der Fall ist.

In einem Blog-Post zum Konflikt zwischen linearem und vernetztem Denken räumt Herr Larbig mit dem Missverständnis auf, vernetztes Denken sei in der digitalen Welt und lineares Denken in der analogen Welt zuhause.

Nicht mehr ganz frisch, aber immer noch lesenswert.

Wie man Mobbing mit Mobbing bekämpft

Eine Dame der Mobbingbekämpfungsstelle ruft einen der Tausenden Mitarbeiter an, der seineszeichens ein Institut an dieser Institution leitet, und fordert ihn auf: “Sie müssen morgen früh bei uns im Büro erscheinen.” Der Institutsleiter überrascht: “Warum? Was ist geschehen?” Die Damen der Mobbingbekämpfungsstelle: “Das werden Sie dann schon sehen…