Ein Gastbeitrag von Georgio Zervas: Euro-Krise: Gerettet wurden Europas Banken – Griechenland und Europa bleiben gefährdet Die Ruhe täuscht. Der Zusammenbruch Griechenlands ist eher nur vertagt. Und auch der nächste Zockerangriff ist keineswegs gebannt. Europa muss endlich klug und kraftvoll gestalten. Sonst wird es weiterhin gestaltet – als universelle Versicherungsanstalt der globalen Zockercommunity. Zunächst einmal: Schon wenige Tage nach der „Rettung Griechenlands“ wurde es allen klar: Es ging gar nicht um die Rettung Griechenlands, sondern um die Rettung der „systemrelevanten“ Banken in Deutschland und allen anderen EU-Ländern. Diese mussten gerettet werden, damit wir uns keinen Lehman-Dominoeffekt mitten in unserer europäischen Bankenlandschaft einhandeln. Die vorläufige staatliche Garantiesumme der EU-Länder, damit die Banker und Zocker wieder beruhigt schlafen können, beläuft sich auf 720 Milliarden Euro. Und gleich wurde die Versicherung hinterhergeschoben: Wenn ihr mehr braucht, liefern wir auch gerne noch mehr.
Andererseits: Die Krise entfaltet eine Dynamik, die man auch als "Glück für Europa" interpretieren kann. Europa macht Fortschritte in der Integration. Darauf weist Fritz B. Simon hin ...
http://www.carl-auer.de/blog/simon/die-krise-gluck-fur-europa/
Fördert das Web die Demokratie oder spielt es gar den Diktaturen dieser Welt in die Hände? Bei der Blogger-Konferenz re:publica sind die Brüche in der Internetgemeinde überdeutlich geworden. So ist der Tenor vieler Beobachter, nachzulesen z.B. bei epd-medien.
Das Internet wirkt auch hier wie ein Verstärker. Es scheint, als komme das Web 2.0 in eine neue Phase der Entwicklung. Mit der Breite und Intensität der Nutzung werden die unterschiedlichen Interessen und Werte umso deutlicher. Mir scheint, die analoge Welt verlängert sich mit ihren Sonnen- und Schattenseiten massiv in die digitale Welt. Wie sich die anderen Gesetzmäßigkeiten der digitalen Welt auswirken werden, weiss niemand zu sagen. Wir können uns jedoch sicher sein, dass sich das Netz mit seiner eigenen Logik nachhaltig auf das Zusammenleben der Menschen auswirken wird. Wie sagt Peter Kruse so treffend? Dies ließe sich nur verhindern, indem man das Netz abschaltete.
"Wir sind in einer Art informatorischem Überlebenskampf", so Max Otte in der Hörfunksendung bei der SWR2 Aula "Weniger ist mehr - Wie geht man mit der Informationsflut um?" Er sieht drei Ursachen für diesen Weg in die "Desinformationsgesellschaft", die sich in allen Bereichen zeige. Besonders gravierend in der Finanzkrise oder im Gesundheitsbereich bei vermeintlichen Epidemien wie SARS, Schweinegrippe oder Geflügelpest.
Drei Ursachen sieht er für diese Entwicklung:
1. Die Interessen der Wirtschaftsakteure
2. Die Schwäche der Medien
3. Die Schwäche des Staates
Die Wirtschaftsakteure bestimmen die Spielregeln für das Wirtschaften heute weitgehend selbst. Der Staat kann seiner Verpflichtung, regulierend einzugreifen, wenn sich Fehlentwicklungen zeigen, kaum noch nachkommen. Die Medien sind durch einen starken Kostendruck geschwächt worden und suchen ihr Heil in einer Boulevardisierung.
Zum Selberhören hier der Link: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=660374/nid=660374/did=6095606/1bzw660/index.html
Peter Kruse vertritt die These, dass der aktuelle Glaubenskrieg um die Bewertung des Internet die Entwicklung in Deutschland behindert. Spannend!