Netzwerkgesellschaft und Anpassungsträgheit - Peter Wippermann
Die Arbeitswelt zeigt am deutlichsten die Entwicklung hin zur Netzwerkgesellschaft, so der Trendforscher Peter Wippermann im Radiointerview bei SWR1 Leute. Abzulesen an der zunehmenden Verschränkung von Privatzeit und Arbeitszeit, an mehr Eigeninitiative und Verantwortung für den Einzelnen und daran, dass die Menschen mehr an dem gemessen werden, was rauskommt. Und weiter: Die spontane Zusammenkunft, z.B. Smart Mobs, werde als Organisationsform nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Wirtschaft verändern. In der technologisch getriebenen Netzwerkgesellschaft könne man davon ausgehen, dass jeder zwei Identitäten habe, eine reale und eine aus Daten. Das Internet-Protokoll sehe 650 Billiarden Internet-Adressen pro Quadratmillimeter vor. "Wir müssen in der virtuellen Welt präsent sein, um Zugang zu Arbeitsplätzen, zu Wahlen, zu Gesundheitsleistungen zu haben."
Das Interview zum Nachhören gibt's bei SWR1
Beunruhigend, diese Aussichten. Wippermann weist aber auch darauf, dass erste Gegenbewegungen zu beobachten sind. Auch wenn kein Weg an der Netzwerkgesellschaft vorbei zu führen scheint, so ist auch klar, dass die Menschen gerade erst anfangen, Erfahrungen mit allgegenwärtigen Netz zu sammeln und es als Lebenswelt zu gestalten. Die Netztechnologie entwickelt sich eben schneller als die "anpassungsträge" Gesellschaft.