90-9-1 war gestern « centrestage.de #e20

Nach einem aktuellen BBC Online Briefing ist es heute aber nicht mehr gerechtfertigt von einem “Ungleichgewicht der Partizipation” zu sprechen, sondern man sollte von einer “Wahlmöglichkeit der Partizipation” ausgehen.

BBC Participation Choice

Nach den jüngsten Daten aus UK ist die 1%-Regel veraltet, da sich heute bereits 17% der Menschen intensiv im Social Web beteiligen. 60% der Menschen machen mit, indem sie die durch die technologische Weiterentwickung heute viel einfacheren Möglichkeiten nutzen, um beispielsweise Photos hochzuladen, eine Diskussion zu starten oder eine Gruppe anzulegen. Trotzdem bleiben 23% der Menschen passiv und beteiligen sich überhaupt nicht. Interessant an dieser Gruppe ist, dass man hier nicht nur “digital unerfahrene” Menschen findet. 11% der Menschen dieser Gruppe sind frühzeitige Anwender (“Early Adopter”), gehören also zu den Innovatoren, die für neue Produkte und Ideen prinzipiell sehr aufgeschlossen sind. Diese haben sowohl der Technologien als auch die Fähigkeiten die Möglichkeiten, haben aber entschieden, sich nicht zu beteiligen.

77% der Menschen sind heute nach diesen Zahlen in irgendeiner Form in sozialen Medien aktiv. Keine schlechten Voraussetzungen für Enterprise 2.0 und Social Business in den Unternehmen. Zumindest ist es schwerer geworden, sich mit der 90-9-1-Regel herauszureden, falls die Mitmachmöglichkeiten im Unternehmen nicht genutzt werden.

Rollenverständnis: Simons Systemische Kehrwoche - Blog Archive » Rollenverständnis

Häufig setzen Mitarbeiter einseitig auf ihre "Zuständigkeit" und verlieren den Zweck ihres Tuns aus den Augen. Fritz B. Simon hat in seinem Blog dieses weit verbreitete Problem angesprochen.

Es gibt ja, wenn man in Unternehmen schaut, sehr unterschiedliche Arten, wie Mitarbeiter ihre Rollen verstehen. Die meisten kümmern sich (immerhin!) darum, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen all das tun, was nach ihrer Ansicht zu ihrer Rolle bzw. ihren “Pflichten” gehört. Allerdings ist das aus systemischer Sicht nur suboptimal. Denn sie denken meist ziemlich eng und sehen ihre Aufgabe allein auf ihren eigenen Arbeitsplatz oder ihre Stelle begrenzt.

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Wer sich darauf ausruht, dass er seine “Pflichten” erfüllt hat, obwohl dies nicht zum Ziel führt, hat irgendwie nicht verstanden, dass seine eigentliche Aufgabe darin besteht, bestimmte, das Überleben der Organisation sichernde bzw. ihre Funktion definierende Ziele zu erreichen statt irgendwelche Mittel anzuwenden oder isolierte Aufgaben zu erledigen. Ein Jammer (für alle Beteiligten).

Mir scheint, mit dem über viele Jahrzehnte geübten Abteilungsdenken hat sich diese Haltung vieler Mitarbeiter unwillkürlich entwickelt. Den erlebten Kontext für die eigene Rolle auf den Organisationszweck zu erweitern, ist eine große Aufgabe. Letztlich ist ein neues Rollenbewusstsein auch eine der großen Herausforderungen - aber auch eine Chance - für "Enterprise-2.0"-Konzepte.

Soziale Netze als stabilisierender Faktor? - Dirk Baecker

Nach Baeckers These stellt sich das Netzwerk der nächsten Gesellschaft bereits heute sehr heterogen dar und kann deshalb gut auf die Herausforderung der Computerisierung reagieren. So lassen sich etwa individuelle Ruhe- und Unruhezustände, bedingt durch den rasanten gesellschaftlichen Wandel mit seinem Computereinsatz, über die Einbettung in interaktive Netzwerke stabilisieren. Baecker begreift es als individuelles Defizit, wenn sich der moderne Mensch die Möglichkeiten von Social Media Tools wie Facebook, Twitter, Google+ etc. nicht zunutze macht. “Wer darüber heute lacht, dem wird das Lachen in fünf bis sechs Jahren vergangen sein”, prognostiziert der Kulturtheoretiker.

Effizienter kommunizieren ohne E-Mails | #e20

Im französischen IT-Unternehmen Atos Origin erhält beispielsweise jeder der 78 500 Beschäftigten rund 200 E-Mails am Tag, viele davon intern. Deshalb hat die Geschäftsleitung entschieden, firmenintern vollkommen auf E-Mails zu verzichten und dafür Social-Media-Tools einzuführen, in denen Informationen auch gezielt gefiltert werden können.

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als Mails die Papierkommunikation langsam, aber nachhaltig abgelöst hat. Jetzt scheint es so, als ob sich dieses Muster wiederholt. Die Zeit von eMail geht langsam zu Ende. Mit Wiki, Skype und Co. lässt sich eine Infrastruktur schaffen, die ohne umständliche Mails auskommt. Welche Beispiele E-Mail-freier Unternehmen gibt es noch?

Wie tote Wikis weniger werden - Fraunhofer-Institut FIT entwickelt Reputationssystem

Immer wieder müssen Unternehmen jedoch auch feststellen, dass die Installation eines Wikis alleine nicht genügt. Erst durch die aktive Teilnahme aller Beschäftigten entsteht eine umfangreiche Wissensbasis von hochwertigen Artikeln zu diversen Themen, die den Mitarbeitern und dem Unternehmen wirklich nutzt. Genau hieran scheitern jedoch viele Wiki-Projekte, denn es kostet den Einzelnen seine eigene kostbare Zeit, um Artikel zu schreiben und zu verbessern, während andere vom gesammelten Wissen profitieren. Da der unmittelbare Nutzen für Produzenten oftmals nicht sichtbar wird, übernehmen viele Nutzer lieber die Rolle des Konsumenten. Bei Wikipedia, die durch das Internet über eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Autoren verfügt, reicht es, wenn ein Produzent auf 1000 Konsumenten kommt. Im Firmenumfeld ist diese Quote viel zu gering.

Genau an diesem Problem setzt das vom Fraunhofer FIT entwickelte Reputationssystem CollabReview an. Es bietet den Nutzern die Möglichkeit und animiert, Feedback über gelesene Artikel abzugeben. Darüber hinaus sammelt das System aus der Entstehungsgeschichte der Artikel Informationen über den Beitragsanteil verschiedener Benutzer, die in das Reputationssystem einfließen.

"Das Reputationssystem ermittelt daraufhin wöchentlich den wertvollsten Benutzer, lässt Benutzer in Stufen aufsteigen und sich in Rankings untereinander vergleichen. Spielerisch entstehen so Anreize, die die Beteiligung am Wiki erhöhen", beschreibt Christian Prause, Entwickler des CollabReview-Systems, das Grundprinzip.

 

Arbeitsplatz der Zukunft: Immer mehr geht in der Cloud - Digital naiv - Stefan63's Blog

Webbasierte E-Mail und Kalender-Funktionen als Standard. Wie in der privaten Nutzung mit Yahoo-Mail oder Web.de werden immer mehr Anwender auch im Unternehmen browserbasiert und eben von verschiedenen Devices (Smartphone, Tablet) E-Mails bearbeiten.

Vom Adressbuch zum Netzwerk: Die bestehenden Adressbücher werden übernommen und sind Ausgangspunkt zum Aufbau eines Netzwerkes , in dem man arbeitet und kommuniziert.

Anwender und Kontakte werden in Communities organisiert beziehungsweise organisieren sich viral selbst. Communities meint hier den Zusammenschluss und die Organisation bestimmter Personen zu gemeinsamen Projekten, in den man Daten und Dateien austauscht, Lesezeichen teilt und zu Themen diskutiert.

Dateien liegen dabei verstärkt in der Wolke und werden (hoffentlich) nicht mehr so oft als Attachment verschickt. Das Dropbox-Prinzip hält auch in Unternehmen Einzug. Dateien sind online für verschiedene Devices verfügbar und ich kann diese Anderen (oder auch einer Community) gezielt verfügbar machen, zum Lesen oder Bearbeiten.

Und das gilt ebenso für Aktivitäten, quasi ein Mini-Projektmanagement-Werkzeug. In LotusLive haben wir damit zum Beispiel gemeinsam mit einer Vielzahl externer Partner das IBM Lotus JamCamp in diesem Jahr organisiert und sind derzeit dabei, die zweite Ausgabe im nächsten Frühsommer zu planen.

Online-Konferenzen werden ein alltägliches Werkzeug werden. Man kann Personen online zusammenschalten, sich gemeinsam Daten und Dateien anschauen, Projekte besprechen und das dokumentieren. Dies geschieht ad hoc mit wenigen Mausklicks ohne lange technische Vorbereitung.

Eine Chat-Funktion für den schnellen Austausch darf natürlich auch nicht fehlen, inklusive der Einbindung externer Services wie Skype.

Ein zusätzliches Highlight wird dann noch die gemeinsame Live-Bearbeitung von Dokumenten im Team, inklusive der Möglichkeit, bestimmten Autoren bestimmte Textbereiche oder Kapitel zum Schreiben oder Redigieren zuzuweisen.

Das sind die Funktionen, die nach und nach in die Cloud wandern werden. So beschreibt es Stefan Pfeiffer von IBM. Auch wenn Cloud-Computing zunächst der nächste Hype sein wird, so scheinen kaum Zweifel daran, dass wir es letztlich mit einem fundamentalen Entwicklungssprung für die Unternehmens-IT zu tun haben.

Lehman, GMs Aztek und 9/11 als Beispiele misslungener Kooperation - Was würde Peter Drucker dazu sagen?

Was würde Peter Drucker über Enterprise 2.0 sagen? Wir wissen es nicht. Allein die Web-Technologie hätte in den drei drastischen Fallbeispielen - Lehmann, GMs Aztek und 9/11 - die grandiosen Managementfehlleistungen sicherlich nicht verhindern können. Sie hätte aber die Chance auf eine funktionierende Kooperation erhöht. Das Wissen, das ja in allen drei Fällen vorhanden war, hätte leichter wirksam werden können. Was die Beispiele auch deutlich zeigen: ein "Enterprise 2.0" braucht Manager, die zulassen, dass die Wissensarbeiter ihr Wissen anwenden. Wie definiert Peter Drucker denn Manager von heute so schön: "a manager is one who 'is responsible for the application and performance of knowledge.'"

Gefunden bei Willms Buhse http://twitter.com/#!/ahoibrause

Vom Fluss der Informationen in den Flow - Willms Buhse über Enterprise 2.0

Willms Buhse schildert in diesem Interview wesentliche Aspekte von Enterprise 2.0 in verdaubaren Häppchen.

Ein Unternehmen kann nur in den "Flow"-Zustand kommen, wenn die Mitarbeiter den nötigen Spielraum haben, um selber in den "Flow" zu kommen. Den Spielraum schaffen oder einfach nur zulassen, den Rahmen dafür setzen, das ist die große Gestaltungsaufgabe für die Führung.

Gefunden bei http://webhofer.wordpress.com/2010/09/29/enterprise-2-0-die-sanfte-revolution/

Lufthansa als Enterprise 2.0 - Projektmanagement 1.0 & Community 2.0?

Noch einmal zum E2.0-Projekt der Lufthansa. Ist das Projekt eine Mischung aus Projektmanagement 1.0 und Community 2.0? So jedenfalls der Eindruck von Jochen Robes in seinem Bericht über die KnowTech 2010.  

Tobias Kunz (Lufthansa) erzählte sehr anschaulich und offen von der Einführung einer Enterprise 2.0-Lösung im Konzern. Vom Start des Auswahlprozesses Anfang 2008 bis zur kürzlich erfolgten Live-Schaltung, von der Shortlist der Anbieter, über die Pilotierung, bis zu Lizenzmodellen und Budgets. Und schließlich auch von mittlerweile 25.000 Nutzern und verschiedenen Nutzungsszenarien. Trotz der hohen Beteiligung gibt es aber auch offene Punkte: denn noch existieren alte Intranet-Welt (eBase) und neue Community-Plattform (eTeaming) in der Lufthansa nebeneinander und noch dominiert die Verkehrssprache „deutsch” … Irgendwie, und das ist sicher nicht untypisch für Enterprise 2.0-Initiativen dieser Größenordnung, ist das Ganze eine Mischung aus top down & bottom up, oder: Projektmanagement 1.0 & Community 2.0.

via http://www.weiterbildungsblog.de/2010/09/17/knowtech-2010/

Ein Spannungsfeld, das einmal eine nähere Betrachtung verdient hätte. Wie sieht ein Projektmanagement 2.0 aus? Welche Beispiele gibt es dafür?