Weltweit erleben wir, wie eine heterogene Ansammlung von Städten auf eine Weise interagiert, die weitreichenden Einfluss darauf haben könnte, wie sich das lebenserhaltende System der Erde weiterentwickelt. Diese Städte lernen voneinander, bauen auf guten Ideen auf und verwerfen weniger gute. Es dauerte Jahrzehnte, bis Los Angeles Maßnahmen zur Schadstoffbegrenzung ergriff, doch andere Städte, wie z.B. Peking, sind dann rasch auf den Zug aufgesprungen, als sie die Vorteile erkannten. Möglicherweise werden wir in den nächsten Jahrzehnten die Entstehung eines globalen Systems vernetzter nachhaltiger Städte erleben. Hat es Erfolg, wird jeder diesem Club beitreten wollen.Grundsätzlich ist dies der richtige Ansatz zur Bewältigung von systemischen Risiken und Veränderungen komplexer, vernetzter Systeme und zum erfolgreichen Management gemeinsamer Ressourcen – auch wenn er sich auf den erbarmungslosen Anstieg der Klimagasemissionen bisher noch nicht merklich ausgewirkt hat.
Der KarmaKonsum-Blog erinnert an die Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissenschaften, die kürzlich verstorben ist.
"Das Phänomen der 'Masse' wird allmählich verschwinden." Das meint der Trendforscher Sven Gabor Janzsky mit Blick auf das Phänomen Cloud.
Denn die Cloud macht aus der bisherigen Masse von Menschen jeweils einzeln und 1:1 ansprechbare Individuen. Oder anders gesagt: Sobald ein Mensch sein Smartphone benutzt, wie man ein Smartphone benutzen kann, tritt er aus der Masse aus.
Das bedeutet: Es gibt keine „lenkbare“ Masse an Käufern mehr, wenn deren Einkaufszettel individuell zusammengestellt wird. Es gibt keine „lenkbare“ Masse an Zuschauern für Werbebotschaften mehr, wenn Fernsehprogramme und Zeitungen individuell zusammengestellt werden. Diese individuellen, intelligenten, elektronischen Assistenten sind das sichtbare Ergebnis der Cloud.
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Ein Plädoyer für die Bewahrung der Freiheit in der digitalen Gesellschaft hat Eben Moglen auf der re:publica gehalten. Er
spannt den Bogen sehr weit und beginnt mit der Geschichte des ersten Zugriffs auf geschriebene Information, in Europa: die Bibel. Die heilige Schrift der Christen wurde klassischerweise von Mönchen per Hand abgeschrieben – das heißt, die Information wurde schon damals kopiert. Doch nicht jeder hatte freien Zugriff auf diese extrem wertvollen Büchern, denn den Zugang kontrollierte allein die katholische Kirche.
Freies Lesen gab es erst, als das gedruckte Buch es erlaubte, auch weltliche Texte herzustellen. Das Buch galt danach über zwei Jahrhunderte als Medium für kommerzielle Subversion und unorthdoxes Denken. Es barg, so Moglen, vor allem die Möglichkeit, frei zu denken. Und das nicht nur, weil man das Buch mit einem Pseudonym versehen und beliebig verbreiten konnte. Sondern auch und vor allem, weil man es anonym lesen konnte.
Die Möglichkeit, etwas anonym Lesen zu können, ist laut Moglen der Schlüssel dazu, auch anonym und damit frei denken zu können. Und seiner Meinung nach setzen wir diese Möglichkeit derzeit aufs Spiel, indem wir uns allzu leichtfertig den bequemen Möglichkeiten von social media und Datenspeicherung hingeben. “Nicht wir konsumieren die Medien, sie konsumieren uns, indem sie uns überwachen, verfolgen und ausspionieren”, meint Mogeln. “Die Arbeit der Stasi erledigt heute Herr Zuckerberg.”
So huldigen wir immer mehr dem Prinzip der Professionalität nach dem Motto: Solange du deinen Job professionell machst, machst du ihn gut. Ich bin überzeugt, dass dieser Weg in eine Sackgasse führt. Wir müssen uns weiter auf die Suche machen nach dem guten Leben für alle - gerade heute, wo die Gesellschaft immer mehr zu einer Welt-Gesellschaft wird.
Dr. Marko Kuhn schreibt mit diesen Sätzen in einem Wort zum Tag auf SWR2 den Menschen an den Finanzmärkten, die z.B. an den Börsen mit Agrarrohstoffen spekulieren, Professionalität zu!
Es scheint mir hier ein Missverständnis vorzuliegen, wenn ausgerechnet Professionalität als Quelle der Ungerechtigkeit in der Welt ausgemacht wird. Denn "Professionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf zentrale existenzielle Bezüge des Menschen ausgerichtet sind." So Christoph Schmidt-Lellek, zitiert von Bernd Schmid in einem Papier über systemische Professionalität.
Auch wenn der Begriff heute nicht mehr nur Seelsorgern, Ärzten, Juristen oder Lehrern vorbehalten ist, sondern auf andere Berufe ausgedehnt wird, so sollte doch genau der Beitrag zu einer humanen Wirtschafts- und Gesellschaftskultur begriffsprägend bleiben.
Bernd Schmid meint dazu, das
Wort professionell wird allerdings auch oft verwendet, wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass jemand eine Sache kompetent macht. Streng genommen wäre das Wort qualifiziert hier passender.
Professionalisierung soll genau dazu beitragen. Nochmal Bernd Schmid:
Wahrscheinlich wird erst umgekehrt ein Schuh daraus: Eine gelungene multidisziplinäre Auseinandersetzung mit der Berufs- und Organisationswelt stellt den entscheidenden Beitrag auch zur Gesundheit des Einzelnen und der Gesellschaft dar.
Die Piraten haben es allerdings dabei mit einer Paradoxie zu tun: Die Transparenz, die sie fordern und wollen, führt dazu, dass ein interner Klärungsprozess gar nicht in Ruhe stattfinden kann, weil alles gleich öffentlich stattfindet.
Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn auf Tagesschau.de über die Piraten-Partei und die Chancen und Risiken der Internet-Demokratie.
Bahnt sich da ein Umschwung an, wie er durch das bekannte Bild von Yin und Yang illustriert wird? Sind da Pendel am Ende ihres Ausschlags und schwingen zurück? Treiben es davor die alten Kräfte auf die Spitze? Dominieren Verrücktheiten und Orientierungslosigkeit noch das Bild, während sich dahinter etwas Neues aufbaut? Sind düstere Aussichten auch ein Wahrnehmungsproblem? Ein fallender Baum macht mehr Lärm als ein wachsender Wald, lautet ein bekanntes tibetanisches Sprichwort. Oder etwas wissenschaftlicher in Begriffen von positiver und negativer Entropie: Auflösung von Ordnung ist leichter wahrnehmbar, weil Zerfall Energie freisetzt. Beim Aufbau des Neuen wird Energie gebunden. Es ist eine eigene Wahrnehmungskunst, heraufziehende, sich erst als Silberstreif am morgendlichen Horizont abzeichnende Entwicklungen zu erkennen.
"Am Ende müssen wir alle lernen zu vergehen." Das ist das ebenso nüchterne wie provozierende Fazit, das Bernd Schmid aus seinen Beobachtungen zieht. Ich fürchte, dem ist nichts entgegen zu setzen.
Die Occupy-Bewegung ist wie die arabischen Volksaufstände von den neuen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter geprägt worden. Sie haben das Internet einmal als "totalitär-faschistisches Weltlager der Zukunft" bezeichnet. Wie kommen Sie darauf?
Das Netz ist trotz dieser positiven Wirkungen der Gulag unserer Zeit.
Finden Sie?
Alle wissen alles über Sie, Ihre Daten werden lebenslang gespeichert, damit man Sie jederzeit in der Hand hat. Jedes Datum Ihrer Bewegungen, jedes Datum Ihres Austausches mit anderen Menschen, kann jederzeit von Machtinstitutionen kontrolliert und abgezogen werden. Wir werden es noch hinreichend erleben, wie durch so gewonnene Daten, die heute noch unter Terrorabwehr laufen, eines Tages unsere Demokratie aufgehoben wird. Die Erfahrungen mit der Staatssicherheit in der DDR und dem nationalsozialistischen Hitler-Regime lehren uns doch, wie schnell solche Daten missbräuchlich verwendet werden können.
Deutliche Worte!
Es wird immer deutlicher, wie sich das Netz in eine Schieflage hinein entwickelt, wenn die Gegenbewegung ausbleibt. Der niederländische Soziologe Jan van Dijk, Universität Twente, hat die Entwicklung im November 2011 auf der x-mess in Berlin in aufrüttelnden Thesen auf den Punkt gebracht:
Das Internet wird nicht von den Nutzern gestaltet, sondern von den mächtigen Intermediären wie Facebook, Google, Microsoft und Apple. Doch wer kontrolliert diese Giganten?Das Internet führt nicht zu mehr Demokratie und Gerechtigkeit. Vielmehr verstärkt die global vernetzte Gesellschaft die Ungleichheit auf allen Ebenen – zwischen Staaten ebenso wie zwischen Organisationen und Individuen. Immer weniger Firmen/Menschen werden immer größer/mächtiger (die »Knoten« im Netzwerk), während gleichzeitig immer mehr Firmen/Menschen immer unbe- deutender werden (der »Long Tail«). Die Mitte verschwindet – und damit der Kitt zwischen den beiden Polen.
Mehr dazu im Konferenzbericht der zfo
Havel hat die Rede am 4. Juli 1994 in Philadelphia gehalten. Nachzulesen unter http://www.worldtrans.org/