Kurator - das neue Bild des Journalismus? - derstandard.at über Armin Wolf

Wolf ist ein Verfechter der Professionalität. Recherche, Selektion von Informationen, die redaktionelle Aufbereitung und Publikation, beispielsweise bei den Wikileaks-Dokumenten, dafür brauche es Journalisten. Das beste Umfeld bieten "nur professionelle Medien, weil man dafür Ressourcen braucht". "Journalismus ist ein Beruf, den man in professioneller Struktur anwendet", erklärte Wolf. Dabei ist Bezahlung ein wichtiger Aspekt. Nach Kommunikationsforscher Denis McQuail ist Journalismus "paid writing for public media with reference to actual and ongoing events of public relevance".

Das schreibt derstandard.at über eine Vorlesung des ZIP2-Anchorman Armin Wolf an der Universität Wien. 

"Letztlich ist Kuratieren das, was auch Journalisten bieten müssen. Das Gatekeeper-Modell ist hinfällig geworden. Das heutige Bild des Journalismus ist das des Kurators", sagte Wolf.

Eine Rolle spiele dabei nicht nur das Senden, sondern auch das Empfangen. Wolf bemüht Bert Brecht: "Rundfunk ist von einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln."

via derstandard.at

Durch Transparenz mehr Vertrauen im Online-Journalismus?

Schafft mehr Transparenz mehr Vertrauen des Publikums in den Journalismus? Klaus Meier, Professor für Journalistik in Dortmund, hat dazu eine Studie angefertigt:

Bei der Produkt-Transparenz benennen Journalisten die Quellen und deren Interessen (z.B. durch Links zu Quellen). Die redaktionelle Transparenz oder Prozess-Transparenz lässt das Publikum in die redaktionellen Abläufe und Entscheidungen blicken (z.B. in Blogs und Foren zum redaktionellen Arbeiten wie z.B. im Tagesschau-Blog) – man berichtet in gewisser Weise über sich selbst, was nicht unproblematisch ist. In der Studie denken wir über Qualitätsmaßstäbe für diese Selbstberichterstattung nach: Das Ideal der „Objektivität“ wird ersetzt durch „offene Selbstreflexion“. 

... und weiter ...

Bisher empirisch nicht belegte, aber vor allem in der Ratgeberliteratur immer wieder behauptete Annahmen müssen künftig deutlich vorsichtiger und differenzierter betrachtet werden: Links zu Quellen im Online-Journalismus zum Beispiel sind nicht grundsätzlich vertrauenswürdiger, sondern wirken vor allem in Kombination mit redaktioneller Offenheit. Im Print-Journalismus dagegen bringen Selbstdarstellung und die Nennung von Kontaktmöglichkeiten des Autors (vgl. Initiative Tageszeitung 2007) keinen Vertrauenszuwachs; vielmehr sollte in Beiträgen offen mit Quellen umgegangen werden.

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