Ausprobiert: Best-of-Nachrichten Newsy.com - ZEIT ONLINE

Eine der ältesten Formen des Medien-Mashups kann man jeden Morgen in öffentlich-rechtlichen Radiosendern wie dem Deutschlandfunk hören: die Presseschau, in der vor allem die Kommentare diverser Zeitungen zu wichtigen Ereignissen zusammengefasst werden.

Die Idee dahinter ist, dass viele Quellen ein abgerundeteres Bild des Tagesgeschehens bieten als eine einzige. Offenbar wünschen sich das auch viele Internetnutzer. Vor ein paar Monaten ist in den USA eine multimediale Presseschau, ein Kanal der Highlights im Netz auf Sendung gegangen: Newsy zeigt Zwei- und Dreiminüter zu allen möglichen aktuellen Themen, vom Absturz der Wall Street bis hin zum belgischen Burka-Verbot. Das Prinzip: Anstatt selbst zu recherchieren, bedienen sich die Macher fleißig bei anderen Sendern und Webseiten. »Multiple sources tell the real story«, sagen sie – viele Quellen erzählen die wahre Geschichte.

Ein anderer Ansatz, zum Leuchtturm im Informationsdschungel des Web 2.0 zu werden: einsammeln und neu zusammenstellen.

"Staatshilfe ist keine Lösung" - SPIEGEL ONLINE im Interview mit Marcus Brauchli von der Washington Post

Brauchli: Der Medienkonsum ändert sich bereits seit Jahren radikal. Viele kennen morgens die Nachrichten schon, sie sind ja auf allen möglichen Kanälen schnell erhältlich. Es reicht deshalb nicht, unsere Zeitung einfach mit den Nachrichten von gestern zu füllen. Wir müssen Kontext liefern: Analyse, Perspektive, Kommentare. Lange investigative Geschichten. Eben Texte, die sonst nirgendwo stehen. Es gibt immer mehr Informationen, die leicht zugänglich sind, aber es wird schwerer, diese einzuordnen. Die Leute suchen etablierte Leuchttürme, an denen sie sich orientieren können.

SPIEGEL: Vor allem junge Leute sagen: Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, findet sie mich schon. Sie vertrauen darauf, von ihren Facebook-Freunden oder Twitter-Bekannten informiert zu werden.

Brauchli: Wir haben gerade eine neue Facebook-Applikation eingerichtet, bei der Mitglieder ihren Freunden Artikel empfehlen können, die sie mochten. Sie sehen auch, was ihre Freunde gelesen haben. Das hat uns viele neue Leser beschert. Wir haben zahlreiche Blogs, die große Fangemeinden haben. Zudem starteten wir neue Lokalseiten online, auf denen die Leser Infos über ihre Nachbarschaft leichter finden können. Wir experimentieren erfolgreich mit E-Mail-Newslettern. Insgesamt erreichen wir viel mehr Leute als je zuvor, obwohl unsere Druckauflage gefallen ist.

Die etablierten Medien tasten sich langsam vor in das Web 2.0.

lab | Neue Medien, multimediale Projekte, Anwendungen und Darstellungsformen im Netz

Steffen Leidel von dw-world zeichnet die ersten Stunden nach dem Erdbeben in Chile nach, wie der Informationsfluss im Internet anschwillt. Er wertet dies als Beispiel für die These von David Gelernter, der überzeugt ist, dass sich im Web die Struktur des Lifestream durchsetzen wird. Im Netz zähle nicht allein die Information, sondern auch ihre Geschwindigkeit und ihr Durchsatz. "Twitter ist ein tosender, imposanter Wasserfall - die Niagarafälle des Netzes", so Gelernter.

Gerade bei “Breaking News” werden Informationen im Netz zu einem tosenden Wasserfall. Das konnte man am Wochenende wieder nach dem Erdbeben in Chile beobachten, als sich vor allem der (spanisch-sprachige) Twitter-Lifestream in einen reißenden Informationsstrom verwandelte. Auch wenn ein solcher Social-Media-Lifestream chaotisch wirkt, unterliegt ihm doch eine Struktur, die sich bei jedem großen Nachrichtenereignis wiederholt.

Wie sich dieser Strom in den ersten Stunden nach dem Erdbeben in Chile entwickelt hat, habe ich versucht, in dieser Präsentation nachzuzeichnen.

Ein spannender Einblick in den nur scheinbar chaotische Informationsfluss nach "breaking news".

Facebook als Newsportal - http://bit.ly/a80X5z

"Facebook wird Newsportal", so spekuliert die Welt Online heute und bezieht sich dabei auf eine amerikanische Studie, wonach in den USA bereits 3,52 Prozent allen Medien- und News-Sites von Facebook aus geöffnet werden. Es rangiert damit bereits auf Platz 4 der Upstream-Portale für News- und Medienseiten. 

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