Wenn man
sich mit dem Hunger nach Veränderungen der Personalarbeit befasst, stößt man zwangsläufig
auf die Personalabteilung. Hier lässt sich auf jeden Fall ein gewisser Hunger
lokalisieren, und zwar nach Titeln und Bezeichnungen. Nicht ohne Grund war die
Einführung von so genannten „Business Partnern“ absoluter Renner von an der
Grenze der Seriosität arbeitenden Unternehmensberatern: Ohne dass meist auch
nur die kleinste inhaltliche Kleinigkeit geändert wurde, führte man phantasievolle
Titel ein, deren Kreativität allenfalls noch durch „Senior Executive Strategic
Managing Business Partner“ übertreffbar gewesen wären.
Um nicht
falsch verstanden zu werden: Natürlich ist die eigentliche Grundlogik des hinter
dem Business Partner-Konzept von Dave Ulrich eine sinnvolle Idee: Nur verlangt es
Akteure, die sich nicht mit irgendwelchen Status-Placebos abspeisen lassen,
sondern die wirklichen Hunger auf Veränderungen haben. Selbstredend muss es
daher neben der Kompetenz als Befähigung („Können“) und der Kompetenz als
Befugnis („ Dürfen“) auch ein Wollen geben, also eine Bereitschaft, sich auf
Andersartigkeit und die wunderbar vielfältigen Chancen der Arbeitswelt
einzustellen.
Christian Scholz zieht in seinem Blog eine Parallele zwischen den Prinzipien, die Apple zum Erfolg verholfen haben, und der Personalarbeit. Also "anders denken", Perfektion, Einfachheit, Denken für die Kunden, "hungrig bleiben". Das ist dann wohl eine Personalarbeit, die die spezifischen unternehmerischen Prinzipien auf sich selbst anwendet. Diese können freilich auch ganz andere sein.