Effizienter kommunizieren ohne E-Mails | #e20

Im französischen IT-Unternehmen Atos Origin erhält beispielsweise jeder der 78 500 Beschäftigten rund 200 E-Mails am Tag, viele davon intern. Deshalb hat die Geschäftsleitung entschieden, firmenintern vollkommen auf E-Mails zu verzichten und dafür Social-Media-Tools einzuführen, in denen Informationen auch gezielt gefiltert werden können.

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als Mails die Papierkommunikation langsam, aber nachhaltig abgelöst hat. Jetzt scheint es so, als ob sich dieses Muster wiederholt. Die Zeit von eMail geht langsam zu Ende. Mit Wiki, Skype und Co. lässt sich eine Infrastruktur schaffen, die ohne umständliche Mails auskommt. Welche Beispiele E-Mail-freier Unternehmen gibt es noch?

Unterschied zwischen der Informationsflut im Netz und in der Bibliothek - Herr Larbig

Die Kritiker dieser Form des vernetzten und vernetzenden Denkens richten sich oft gegen die scheinbare Überfülle an Informationen im Netz. Das Irritierende daran ist, dass diese Kritik genau so auch auf bedeutende Bibliotheken mit Buchbeständen von mehreren Millionen Exemplaren angewandt werden könnte; außerdem findet die gleiche Überlastung an Informationen dort statt, wo Bücher mit zahlreichen Verweisen auf andere Bücher rezipiert werden, bei denen zwar keine Links aber analog zu diesen Literaturverzeichnisse und Fußnoten eingesetzt werden. Mit dieser Informationsüberfülle umzugehen muss genau so gelernt werden wie mit der in digitalen Netzwerken. Der Unterschied ist nur, dass sich dieser Umgang mit der Informationsfülle analoger Medien, die in Wahrheit immer intertextuelle Strukturen bieten und somit auch vernetzte Strukturen in analoger Form aufweisen, als Kompetenz über einen wesentlich längeren Zeitraum entwickeln konnte, als dies bislang beim Umgang mit digital vernetzten Hypertextstrukturen der Fall ist.

In einem Blog-Post zum Konflikt zwischen linearem und vernetztem Denken räumt Herr Larbig mit dem Missverständnis auf, vernetztes Denken sei in der digitalen Welt und lineares Denken in der analogen Welt zuhause.

Nicht mehr ganz frisch, aber immer noch lesenswert.

Social-Media-Umfrage: IT-Manager ignorieren Web 2.0 - computerwoche.de

Deutschland ist Social-Media-Entwicklungsland

Ein besonders bemerkenswertes Ergebnis der Umfrage ist, dass die IT nur wenig von Web 2.0 wissen will. Lediglich acht Prozent der befragten IT-Verantwortlichen nutzen Social Media. Die Umfrage zeigte außerdem, dass sich die Nutzung von klassischen Print-Medien und von Web 2.0 keineswegs ausschließt: 60 Prozent der bei Social Media aktiven Befragten lesen auch mindestens eine IT-Zeitschrift pro Woche. "Es zeigt sich hier erneut, dass Social Media in der IT keine Basis findet", erläutert PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes. "Während insbesondere in den USA die IT ganz selbstverständlich auch in Foren, Blogs und Communities zu Hause ist, hält man sich hierzulande von solchen Kommunikationsformen lieber fern."

Gefunden bei http://digitalnaiv.com/social-media-umfrage-it-manager-ignorieren-we

Die Studie nährt die Befürchtung, dass Deutschland hier an einem entscheidenden Punkt den Anschluss verliert. Wie heisst es so treffend: "Wer nicht gestaltet, wird gestaltet".

changeX: Offline war einmal. Ein Trendrundgang durchs reale digitale Leben

Es könnte das Jahr des Internets werden.
Das Jahr, in dem die Politik das Internet ernsthaft auf die Agenda zu setzen beginnt. In dem sie – endlich – nach einem Konzept, einer Richtschnur zu suchen beginnt, wie sie mit den Fragen umgehen will, die sich in einer Netzgesellschaft immer drängender stellen. Wie viel Sicherheit, Privatsphäre, Informantenschutz, Sozialkontrolle wollen wir? Welche Rolle spielt der Staat in einer vernetzten Gesellschaft? Welche Güter soll er schützen und wie?
Das Jahr, in dem die Bürger sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen beginnen, was es für unser aller Leben, unsere Werte, unser Miteinander, unsere Erwartungen heißt, wenn sich eine digitale Welt immer dichter und unentwirrbar mit unserem Leben auf den Straßen, in Häusern, Unternehmen und Parks verschraubt. In dem sie sich nicht länger begnügen mit Grabenkämpfen – hier die netzaffinen Multiuser, die sich vom Gerede über Sicherheitsbedenken, von Exhibitionismusschelte und Big-Brother-Visionen nicht den Spaß an dem herrlich leichten, verspielten, praktischen Medium verleiden lassen wollen; dort die skeptischen Internetmuffel, die hochsensibel die Gefahren von Google, Facebook & Co. beschwören; dazwischen jene, für deren Lebenswelt das Internet eine ähnlich bedeutende Rolle spielt wie der Sushi-Verkauf in Japan.

Wie das Leben in der digitalen Welt aussieht, scheint uns allen erst langsam zu dämmern. Es mehren sich nach meinem Eindruck die Stimmen, die eine Gesamtschau der Entwicklungen versuchen. Erst so können wir uns die weitreichenden Konsequenzen für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft vor Augen führen. Erst so wird deutlich, welche ungeahnten Möglichkeiten und welche ungeahnten Gefahren sich hinter einem technokratischen Jargon a la Web 3.0, Semantic Web oder Augmented Reality verbergen.

Eines scheint mir sicher. Die 10er Jahre werden das Jahrzehnt des Internets sein.

Das Freeconomy-Manifest

GDI-Impuls widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe der Gratis-Mentalität im Netz. Darin findet sich ein Manifest mit 19 bemerkenswerten Thesen. Hier eine Auswahl: 

05. Qualität bleibt die wichtigste Qualität. Wir legen grossen Wert auf die Qualität unserer Arbeit.

06. Das «Frei» in Freibier ist nicht das Gleiche wie das «Frei» in Freiheit.

07. Du sollst nicht stehlen.

08. Ihr wollt, dass wir euch Geld geben? Dann gebt uns eure Aufmerksamkeit.

09. Alle festen, ein gerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neu gebildeten veralten, ehe sie verknöchern können.

10. Tradition ist kein Geschäftsmodell.Und Geschäfte, die im Wesentlichen auf dem Unwissen der Kunden beruhen, sind keine mehr.

Das Manifest in voller Länge gibt es hier.  

 

Wie Facebook, MySpace, StudiVZ und Co mit unseren Daten umgehen. SWR2-Gespräch mit Hendrik Speck - http://bit.ly/dt9JgL

Was bedeutet "Freund" bei Facebook? Was bedeutet es, dass amerikanische Unternehmen die Sozialen Netze dominieren, die die europäische Kultur des Datenschutzes überhaupt nicht kennen? Wer im Social Web unterwegs ist, kommt über kurz oder lang nicht umhin, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen und sich zu überlegen, was er von sich Preis gibt und kommerziellen Unternehmen die Gelegenheit gibt, mit den eigenen Daten Umsätze zu machen. 

Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserlautern, über die Geschäftsmodelle der Social-Web-Unternehmen: 

Facebook, Myspace, Studi-VZ und Co.:Wie gehen soziale Netzwerke mit unseren Daten um? Gespräch mit Hendrik Speck. SWR2 Impuls vom 12.02.2010. (7:59 min)