Effizienter kommunizieren ohne E-Mails | #e20

Im französischen IT-Unternehmen Atos Origin erhält beispielsweise jeder der 78 500 Beschäftigten rund 200 E-Mails am Tag, viele davon intern. Deshalb hat die Geschäftsleitung entschieden, firmenintern vollkommen auf E-Mails zu verzichten und dafür Social-Media-Tools einzuführen, in denen Informationen auch gezielt gefiltert werden können.

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als Mails die Papierkommunikation langsam, aber nachhaltig abgelöst hat. Jetzt scheint es so, als ob sich dieses Muster wiederholt. Die Zeit von eMail geht langsam zu Ende. Mit Wiki, Skype und Co. lässt sich eine Infrastruktur schaffen, die ohne umständliche Mails auskommt. Welche Beispiele E-Mail-freier Unternehmen gibt es noch?

Wie tote Wikis weniger werden - Fraunhofer-Institut FIT entwickelt Reputationssystem

Immer wieder müssen Unternehmen jedoch auch feststellen, dass die Installation eines Wikis alleine nicht genügt. Erst durch die aktive Teilnahme aller Beschäftigten entsteht eine umfangreiche Wissensbasis von hochwertigen Artikeln zu diversen Themen, die den Mitarbeitern und dem Unternehmen wirklich nutzt. Genau hieran scheitern jedoch viele Wiki-Projekte, denn es kostet den Einzelnen seine eigene kostbare Zeit, um Artikel zu schreiben und zu verbessern, während andere vom gesammelten Wissen profitieren. Da der unmittelbare Nutzen für Produzenten oftmals nicht sichtbar wird, übernehmen viele Nutzer lieber die Rolle des Konsumenten. Bei Wikipedia, die durch das Internet über eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Autoren verfügt, reicht es, wenn ein Produzent auf 1000 Konsumenten kommt. Im Firmenumfeld ist diese Quote viel zu gering.

Genau an diesem Problem setzt das vom Fraunhofer FIT entwickelte Reputationssystem CollabReview an. Es bietet den Nutzern die Möglichkeit und animiert, Feedback über gelesene Artikel abzugeben. Darüber hinaus sammelt das System aus der Entstehungsgeschichte der Artikel Informationen über den Beitragsanteil verschiedener Benutzer, die in das Reputationssystem einfließen.

"Das Reputationssystem ermittelt daraufhin wöchentlich den wertvollsten Benutzer, lässt Benutzer in Stufen aufsteigen und sich in Rankings untereinander vergleichen. Spielerisch entstehen so Anreize, die die Beteiligung am Wiki erhöhen", beschreibt Christian Prause, Entwickler des CollabReview-Systems, das Grundprinzip.