Megatrends - Pläne für eine unplanbare Welt - gdi über die #trendforschung

Die Gründe für die wachsende Unzuverlässigkeit von Zukunftsprognosen sind:


  • Die Schere zwischen dem, was wir wissen müssten und dem, was wir mental und emotional verarbeiten können, öffnet sich immer weiter. Das Unverständliche wächst schneller als das Verständliche.
  • Mit steigender Komplexität und Dynamik eines Systems sinkt seine Vorhersehbarkeit. Die wachsende Zahl der Faktoren und ihre Wechselwirkungen, die zukünftige Entwicklungen beeinflussen, machen eine abschliessende Analyse praktisch unmöglich.
  • Mehr Information führt zu mehr Konfusion. Zu viel Information verwirrt die Entscheidungssysteme, auf jede Expertise folgt eine Gegenexpertise.

  • Als sicher gilt einzig, dass die Unsicherheit ständig wächst, die Welt ein unberechenbarerer Ort wird – und damit auch der Bedarf an Trendanalysen. Neuerdings ist das Ziel der Trendforschung nicht mehr, möglichst präzise einzelne Ereignisse vorherzusagen. Viel eher geht es darum, zu wissen, was möglich wird. Arthur C. Clark, der berühmte Science Fiction Autor und Technologie-Visionär, betonte bereits 1964 in einem BBC-Interview, dass die Kunst der Prognostik vor allem darin besteht, das Unmögliche zu Denken. Denn alle Prognosen, die uns als vernünftig und plausibel erscheinen, erwiesen sich höchstwahrscheinlich als falsch, und solche, die uns als total unrealistisch erscheinen, glaubt keiner: «Any believable prediction will be wrong. Any correct prediction will be unbelievable.» So führt gerade der Versuch, Trendforschung stärker an der Praxis zu orientieren und konkrete Handlungsanweisungen zu vermitteln, paradoxerweise dazu, dass sie den Anschluss an ihren Forschungsgegenstand verliert und ihre Voraussagekraft abnimmt.

     

    via gdi.ch 

     

    Die Spannung von Trend und Gegentrend ist es, die den Menschen seit jeher fasziniert. Deshalb plädiert das gdi dafür, Pläne für die Zukunft mit Megatrends zu versuchen. Denn sie helfen uns, die Möglichkeiten zu erkennen, die sich in der Zukunft auftun. 

     

    Systemische Risiken: Szenarien sind besser als Worst-Case-Betrachtungen | KPMG-Interview | CH

    Prof. Kröger: Das Denken in Szenarien ist auf jeden Fall besser als das Beiziehen der berühmten «Worst Cases». Denn oft ist es gar nicht möglich, den «Schlimmsten Fall» zu identifizieren. Zudem vermitteln solche Fallstudien den Eindruck, dass ein Ereignis beim Eintreten genau so ablaufen wird, wie man sich das ausdenkt. Doch die Erfahrung zeigt, dass der Worst Case eben genau nicht voraussehbar ist. Szenarien stellen jedoch keinen Blick in die Zukunft dar, sondern zeigen einen möglichen Weg auf, basierend auf plausiblen Erfahrungswerten.

     

    Lukas Gubler: In der Entwicklung von möglichen Szenarien kommt es sehr stark auf das Sensorium der Organisation an, relevante Veränderungen im Umfeld der Organisation zu erkennen. Hier liegt der Schlüssel im Kollektiv. Das heisst, die Informationsflüsse im Unternehmen wie auch die Transparenz der zur Verfügung stehenden Daten und Fakten müssen offen sein. Die Firma soll vom Sensorium jedes einzelnen Mitarbeitenden profitieren können.

    Das Henne-Ei-Problem nachhaltiger Stadtentwicklung - Dieter Spath bei SWR2 Aula

    Man steigt morgens in sein Elektromobil, das man sich mit anderen teilt, und fährt zur Arbeit, währenddessen kann mit man seinem Smartphone noch Lebensmittel bestellen oder ausfindig machen, wo gerade der Sohn herumspaziert. Dann arbeitet man in einem fast vollständig digitalisierten Büro, das sich in einem absolut ökologisch effizienten Gebäude befindet.

    So ungefähr stellt sich Dieter Spath vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (FhG IAO) den Alltag in der Stadt der Zukunft vor. In einem Beitrag der SWR2 Aula vom 1.1.2012 schildert er, was derzeit getan wird, um die vielen Fragen auf dem Weg dorthin zu klären. Besonders das Henne-Ei-Problem hemme oft die weichenstellenden Investitionen. Jeder warte auf den anderen.  

    Die Stadtoberen investieren nicht, weil sie nicht wissen, ob ihre Projekte auch genutzt werden, Industrieunternehmen entwickeln nicht, weil sie nicht wissen, ob der Markt für ihre Produkte kommen wird, die Infrastruktur wird nicht gebaut, weil man nicht weiß, ob sich die Industrie entwickelt und so geht dieses Spiel im Kreis herum. 

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    Die Wurzel dieses Übels liegt darin, dass wir es mit extrem unterschiedlich langen Lebenszyklen dieser einzelnen Elemente zu tun haben. Stadtstrukturen sind zum Teil über 100 Jahre alt. Wir können sie zurückverfolgen auf alten Fotos, sie haben schon zu Zeiten existiert, als unsere Großväter noch nicht gelebt haben. Während die Dinge, über die wir jetzt diskutieren: mobiles Internet, Mobilitätsdienstleistungen, Ladeinfrastrukturen, Elektromobilität und Ähnliches, kurzzyklische Dinge sind mit Produktlebenszyklen von wenigen Monaten bis wenigen Jahren.  

    Wenn man Spath folgt, wird der Durchbruch nur gelingen, wenn Planung und Design neuer städtischer Umgebungen gemeinsam mit den Menschen vorangetrieben wird. Die Informationstechnik macht es möglich, bei der Bürgerkommunikation verstärkt mit Visualisierungen zu arbeiten. 

    Der Beitrag steht bei SWR2 zum Nachhören oder zum Nachlesen bereit.